Zum Start der aktuellen Christopher Street Days (CSD)-Saison erklärt Katharina König-Preuss, Sprecherin für Antifaschismus der Fraktion Die Linke im Thüringer Landtag: „Es ist großartig, dass und wie die CSD-Saison auch im Jahr 2026 gestartet ist und mehrere tausend Menschen für queere Vielfalt auf die Straße gehen. Angesichts der Erkenntnisse aus dem Jahr 2025 und der Antwort auf meine Kleine Anfrage zu extrem rechten Angriffen auf CSDs ist leider davon auszugehen, dass auch dieses Jahr wieder mit extrem rechten Störungen gerechnet werden muss. Bei allen zwölf CSDs, die im Jahr 2025 in Thüringen stattfanden, kam es zu rechten Gegendemonstrationen oder zu anderweitigen Störaktionen und Anfeindungen. Der Landesregierung sind Störaktionen gegen acht der zwölf CSDs bekannt, welche in der Antwort auf die Kleine Anfrage aufgelistet werden.
Darüber hinaus zeigen 64 Straftaten gegen queere Menschen im Jahr 2025, dass auch die allgemeine Bedrohungslage gegen queere Personen sehr hoch ist. Man muss davon ausgehen, dass nur ein Teil der Bedrohungen und gegebenenfalls Angriffe bei der Polizei angezeigt und entsprechend erfasst wird.“
Die Abgeordnete ist von der Antwort der Landesregierung irritiert: „Die Auflistung ist unvollständig. Antifaschistische Aktivist*innen und Wissenschaftler*innen sind erneut besser informiert als die Landesregierung. Die angemeldete Gegenkundgebung zum Sonneberger CSD des extrem rechten und AfD-nahen Vereins ‚Sonneberg zeigt Gesicht‘ im Jahr 2025 wurde in der Übersicht der Landesregierung nicht aufgeführt. Das ‚Autor*innenkollektiv Feministische Intervention‘ benennt weitere rechte Störungen in Jena, Eisenach und beim Weimarer Dyke* march.“
Zu extrem rechten Gegenmobilisierungen im Jahr 2026 stellt König-Preuss fest: „Bei den bereits stattgefundenen CSDs in Neustadt (Orla) und Jena gab es nach meinen Kenntnissen bereits einzelne Versuche, die CSD-Veranstaltungen zu stören. Auch in Sonneberg hat die extrem rechte AfD-Jugend bereits versucht, sich in einer queerfeindlichen Anti-Pride-Banneraktion selbst zu inszenieren. Gegen den nah an der Landesgrenze gelegenen CSD in Sangerhausen (Sachsen-Anhalt) am kommenden Sonnabend wird von der neonazistischen Partei ‚Die Heimat‘ (ehemals NPD) mobilisiert, für die auch der Thüringer ‚Heimat‘-Aktivist Patrick Weber als Redner angekündigt ist.“
Abschließend erklärt die Abgeordnete: „Wir rufen alle zur Teilnahme und Solidarität mit dem CSD in Sangerhausen und den noch ausstehenden CSDs in Thüringen auf, um queere Sichtbarkeit und Rechte zu stärken und rechten Anfeindungen entgegenzutreten.“
Noch ausstehende CSDs in Thüringen 2026:
Weimar: 27. Juni 2026
Ilmenau: 28. Juni 2026
Sonneberg: 18. Juli 2026
Mühlhausen: 22. August 2026
Gotha: 29. August 2026
Altenburg: 30. August 2026
Nordhausen: 12. September 2026
Eisenach: 13. September 2026
Erfurt: 5. September 2026
Gera: 26. September 2026
Lesetipp: Analyse vom Autor*innenkollektiv Feministische Intervention zu CSDs und rechten Gegenmobilisierungen 2025: https://www.nsu-watch.info/2026/04/angriffe-pride-saison-2025/
