Die Fraktion Die Linke im Thüringer Landtag hat ein umfangreiches Drohschreiben unter dem Label „NSU 2.0“ auf dem Postweg im Thüringer Landtag erhalten, in dem der Fraktionsvorsitzende Christian Schaft persönlich adressiert wird. Die Polizei wurde eingeschaltet. Die Berichterstattung der taz! aufgreifend erklärt Katharina König-Preuss, Sprecherin für Antifaschismus: „In erschütternder Offenheit enthält das Schreiben nationalsozialistische Vernichtungsfantasien und Mordaufrufe, antisemitische und antimuslimische Hetze sowie rassistische Entmenschlichung, Symboliken aus der Neonazi-Szene und das Kürzel ‚AFD‘ neben der Androhung des Einsatzes von chemischen Mordmitteln. Es zeigt leider, wie tief diese extrem rechten und nationalistischen Ideologien weiterhin wirken und wie sehr sie auf Einschüchterung, Bedrohung und Gewalt zielen.“
König-Preuss ordnet ein, dass die verwendeten Begriffe und Bilder unmittelbar an die Sprache und Praxis des Nationalsozialismus anknüpfen, die sogenannte arische Herrenrasse verherrlichen und die Auslöschung von Musliminnen und Muslimen propagieren, sich aber auch gegen Politikerinnen und Politiker richten: „In dem Schreiben wird Menschen die Würde abgesprochen, um Gewalt gegen sie denkbar und letztlich umsetzbar zu machen. So etwas erleben wir in den letzten Jahren immer häufiger auch im politischen Raum. Genau diese Entmenschlichung war immer die Vorstufe rechter Gewalt, rechter Pogrome und rechten Terrors. Wer glaubt, uns mit solchen Drohschreiben einschüchtern zu können, der irrt gewaltig.“
Die Abgeordnete abschließend: „Dieses Schreiben ist gefährlich und dürfte strafrechtlich relevant sein. Politisch zeigt es vor allem eines: die Menschenfeindlichkeit und Erbärmlichkeit einer Ideologie, die aus der Geschichte nichts gelernt hat. Wir werden uns weder einschüchtern lassen noch zulassen, dass Jüdinnen und Juden, Musliminnen und Muslime oder andere Betroffene dieses Hasses allein gelassen werden. Der oder die Verfasser wollten Angst auslösen. Was sie tatsächlich erreicht haben, ist jedoch eine erneute Bestätigung dafür, wie notwendig antifaschistische Arbeit, konsequente Strafverfolgung und Solidarität mit Betroffenen rechter Bedrohung sind. Das Schreiben haben wir der Polizei übergeben, die Ermittlungen eingeleitet hat.“
