Willkommen auf der Homepage des Jugend- und Wahlkreisbüro Haskala. Katharina König-Preuss (MdL) Sprecherin für Antifaschismus, Netzpolitik & Datenschutz der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag

UA 6/1 Protokoll 02.06.2016 – 2. Thüringer NSU-Untersuchungsausschuss (4.11. + 5.11.2011, Lagebesprechung PD Gotha, Baden-Württemberger Polizisten)

2016_06_02-uaAm Donnerstag, den 2. Juni 2016 kam der Thüringer NSU-Untersuchungsausschuss 6/1 zu seiner nächsten Sitzung zusammen. Thema waren die Ermittlungen nach dem 04.11.2011 in Eisenach und eine Lagebesprechung am 05.11.2011 in der Polizeidirektion Gotha. Drei PolizeibeamtInnen aus Baden-Württemberg waren wegen des Zusammenhangs zum Mordfall Kiesewetter (SoKo Parkplatz) ab 10 Uhr anwesend. Sie haben ein eigenes Protokoll als Verbindungsbeamte in der Polizeidirektion Gotha angefertigt und an ihre Dienststelle übermittelt. Sie berichten wider entgegenstehender Zeugenaussagen, dass am 04.11. zuerst die Dienstwaffe von Kiesewetter, statt die ihres Kollegen Anold gefunden wurde. Wirbel gab es auch um die Aussage, dass am 05.11. der Begriff „Drilling“ oder sogar „Operation Drilling“ gefallen sein soll, was einen Verdacht eines frühzeitigen Zusammenhangs mit der Arbeit des Thüringer Verfassungsschutzes befördete, der seit 1998 unter dem Namen „Operation Drilling“ eigene Maßnahmen zum geflüchteten Trio ergriff. Eine Polizistin aus Baden-Württemberg ist überzeugt, 2014 oder 2015 dem zuständigen Thüringer Polizeibeamte „nochmals“ ihr 20-seitiges Einsatzprotokoll über die Lagebesprechung am 05.11. geschickt zu haben. Dieses Dokument ist dem Thüringer Untersuchungsausschuss dagegen unbekannt, auch der Thüringer Polizist habe es nie gesehen, geschweige denn angefordert. Weitere Themen waren die Informationsflüsse am 5. November und Vermerke auf einem „Whiteboard“ in der PD Gotha, das Zusammenspiel mit den Ereignissen in Zwickau, die Arbeit in der Soko Capron und polizeiliche Maßnahmen bei Holger Gerlach und der Familie Dienelt, auf die das Wohnmobil und die Wohnung in Zwickau angemietet wurden. Auch Opferumfeldermittlungen zu den Polizisten Kiesewetter und Arnold spielten eine Rolle und dass ein Thüringer Zielfahnder des LKA bereits am 5. November in Gegenwart der Polizisten aus Baden-Württemberg davon sprach, dass der Verfassungsschutz das (Kern-)Trio seit der Flucht angeblich gedeckt habe. Read the rest of this entry »

November 28th, 2016 Tags: 0 Kommentare

UA 6/1 Protokoll 28.04.2016 – 2. Thüringer NSU-Untersuchungsausschuss (4.11.2011, Spurensicherung, Polizeidirektor Menzel)

ua-202Am 28.04.2016 ging es im Thüringer NSU-Untersuchungsausschuss erneut um den 4. November, das Wohnmobil des NSU in Eisenach, Ermittlungs- und Spurensicherungsmaßnahmen in den ersten Tagen. Der damalige Polizeieinsatzleiter Herr Menzel stellte erneut dar, dass der Transport des Wohnmobils von Stregda in eine Halle eines Abschleppunternehmens alternativlos gewesen sei, alleine die Tatortdokumentation hätte seiner Einschätzung nach voraussichtlich drei bis fünf Tage gedauert. Er bestätigte, dass er einen täterorientierten Vorgehensansatz bei der Spurensicherung wählte, der eher unüblich sei, da man normalerweise tatortorientierte vorgehe. Herr Menzel berichtete über sein Betreten des Wohnmobils auf einer Fußmatte,  ein Schuhüberzug wie ihn die Spurensicherung verwende sei für ihn entbehrlich gewesen, da der Tatort „mit Brandnestern oder mit warmen Teilen gefüllt“ war. Er berichtete auch über den Verdacht einer Sprengfalle im Wageninneren, seine Verwendung einer Feuerwehrharke und das Auffinden von Waffen. Für Irritationen sorgten die Angaben über die Anforderungen eines Zeltes beim THW und das Vorhalten von Kräften im Vorfeld des 4.11., weil ein möglicher (erneuter) Banküberfall erwartet wurde. Ebenfalls kam zur Sprache, dass Menzel einer damaligen LINKE-Landtagsabgeordneten eine Durchsuchung nach Beweismitteln ankündigte, von der letztendlich abgesehen wurde. Unter den Toten im Wohnmobil wurde zunächst Holger Gerlach, Menzel berichtet von weiteren Ermittlungsmaßnahmen von der Observation bis zur Festnahme. Mögliche fehlende Finanzermittlungen bei der Mutter Böhnhardt waren Thema. Laut Menzel seien weder am 4. noch am 5.11  Personal von Verfassungsschutz, BND oder MAD vor Ort gewesen. Der zweite Zeuge von der Tatortgruppe konnte Angaben von Menzel über Anweisungen zum Erstellen von speziellen Fotoaufnahmen (Sphären) in Stregda nicht bestätigen. Er besteht weiterhin darauf, dass es „die bessere Variante gewesen“ wäre, gleich das BKA in den Fall (ermittlungsführend) einzubinden. Dagegen hatte Menzel auch im Ausschuss mit fehlender Rechtsgrundlage argumentiert. Laut dem Kriminaltechniker „hängen sich Polizeiführer nicht so rein“, aber „der ganze Fall ist ein Ausnahmefall“. Read the rest of this entry »

November 28th, 2016 Tags: 0 Kommentare

Saalfelder Unternehmer im NSU-Prozess bestätigt: Hat NSU-Fluchtwagen zurückgeholt & bekam vom Verfassungsschutz Geld

banner_naziterrorDer Saalfelder Unternehmer Andreas Rachhausen hat vor dem NSU-Prozess am 23. Juli 2014 in Begleitung des rechten Szeneanwalts Thomas Jauch als Zeuge ausgesagt. Die Befragung gestaltete sich schleppend weil Rachhausen vorgab, sich an vieles nicht zu erinnern. Er räumte jedoch auf Nachfragen ein, zusammen mit dem angeklagten mutmaßlichen NSU-Helfer Ralf Wohlleben den vermutlichen Fluchtwagen des geflüchteten Trios zurück nach Thüringen geholt zu haben. Im gleichen Zeitraum von 1997 bis 1998 soll habe er Kontakte zum Verfassungsschutz unterhalten und dafür Geld bekommen haben. Nach seien Angaben 3000 DM. Rachhausen bestätigte auch, dass er sich 1995 einem Haftbefehl durch Flucht über USA und Belgien nach Dänemark entzog und dort im Ferienhaus des Holocaust-Leugners Thies Christophersen unterkam. SpiegelOnline bezeichnet Rachhausen wegen seines Aussageverhaltens als einen „der bisher dreistesten Zeugen” bisher im Prozess. In der Vergangenheit hatte Rachhausen mehrfach versucht Katharina König zu verklagen, doch unterschiedliche Gerichten empfande es u.a im Jahr 2013 als zulässig, Rachhausen weiterhin als Neonazi zu bezeichnen, der  mit NPD und Freien Netzen zu tun habe. Ein paar Informationen zu ihm hatten wir u.a. hier zusammengetragen, über die Suchfunktion auf dieser Seite gibts noch ein paar weitere Treffer. Zur gestrigen Vernehmung Rachhausens berichten u.a.  Tagesspiegeltaz, BR, Thüringer Allgemeine und SpiegelOnline. In den nächsten Wochen erscheint außerdem auf nsu-watch.info das ausführliche Protokoll zu seiner Befragung („Protokoll 130. Verhandlungstag – 23. Juli 2014“). Rachhausen wird wohl noch ein weiteres mal als Zeuge geladen werden.

Juli 24th, 2014 Tags: 0 Kommentare

NSU-Prozess in München: Weitere Thüringer Zeugen im Mai

banner_naziterrorDer NSU-Prozess am Oberlandesgericht München jährt sich am 6. Mai 2014 zum ersten mal. Beim bayrischen Rundfunk gibt es die wichtigsten Prozesstage im Überblick, bei Zeit Online gibt es einen Überblicks-Grafik zu den Orten des NSU-Terrors. Im Mai sind weitere Zeugen aus dem Umfeld der Thüringer Neonazi-Szene geladen, darunter auch einer ihrer Lieblings-Strafverteidiger: Thomas Jauch aus Weißenfels am 7. Mai 2014. Am selben Tag soll auch die Ehefrau des Angeklagten Wohlleben gehört werden, welche vermutlich voll von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch machen wird. Jaqueline W. war früher Schatzmeisterin der NPD Jena. Nach ihr folgt der Bruder des verstorbenen Neonazis Uwe Böhnhardt, Jan B. Am 19. Mai soll Jürgen H. aus dem Umfeld des Trios befragt werden und für den 27. Mai 2014 hält das Gericht einen vollen Sitzungstag für die Aussagen des Saalfelder Unternehmers Andreas Rachhausen frei. Der ehemalige Spitzel des Thüringer Landesamtes für Verfassungsschutz soll wenige Tage nach der Flucht des Trios 1998 den Fluchtwagen im Auftrag von Ralf Wohlleben zurückgebracht haben. Weitere Termine gibt es beim SWR-Blog. Ausführliche Berichte zu den bisherigen Verhandungstagen gibt es unter www.nsu-watch.info

Mai 5th, 2014 Tags: , 0 Kommentare

Katharina König beim Münchener NSU-Prozess

banner_naziterrorDie Saalfelder Landtagsabgeordnete der Linksfraktion, Katharina König, begleitet morgen den NSU-Prozess am Münchener Oberlandesgericht. Hintergrund ist die Vorladung eines Saalfelder Kühltechnik-Unternehmers als Zeuge im Prozess, bei dem es u.a. um zehnfachen neonazistisch motivierten Mord geht. Andreas Rachhausen soll nach dem Abtauchen des Jenaer Trios Zschäpe, Mundlos und Böhnhardt im Jahr 1998 wenige Tage später das unfallbeschädigte Fluchtautos aus Sachsen zurückgeholt haben. Damals leugnete er die Vorwürfe. Erst nach der NSU-Selbstenttarnung im Anschluss an den Banküberfall im November 2011 in Eisenach gestand R. während einer BKA-Vernehmung seine Beteiligung ein. Auch gab er dort an, den Auftrag zur Rückholung des Fluchtwagens vom ehemaligen Jenaer NPD-Chef Ralf Wohlleben erhalten zu haben. Dieser wird beschuldigt, die Mordwaffe beschafft zu haben. Weiterlesen: Read the rest of this entry »

März 25th, 2014 Tags: , , 0 Kommentare

Kleine Anfrage: Beteiligung Thüringer Neonazis am „Live-H8“-Konzert am 12. Oktober 2013

rachhausen_konzert2Am 12. Oktober 2013 veranstaltete der bekannte NPD-Funktionär Patrick S. im mittelfränkischen Landkreis Neustadt/Aisch ein Rechtsrock- Konzert unter dem Namen „Live-H8“ mit rund 1.000 Besuchern. Auch die aus Oberhof stammende Neonazi-Bekleidungsmarke „Ansgar Aryan“ bewarb das Konzert und kündigte auf ihrer Homepage im Vorfeld einen eigenen Verkaufsstand auf dem Konzertgelände an. S. war im Sommer 2013 als Verantwortlicher im Impressum von „Ansgar Aryan“ eingetragen und präsentiert sich aktuell als Ansprechpartner im gleichnamigen Blog zum Online-Shop. Der Organisator S. betreibt ebenso ein Webradio unter dem Namen „FSN“ und bezeichnete in der Sendung vom 20. Oktober die Veranstaltung als das „geilste Rechtsrock-Konzert seit 1945“. Zum Konzert sollen auch Gruppen mit Angehörigen der rechten Szene Thüringens angereist sein. Katharina König fragt die Landesregierung, in wiefern Thüringer Neonazis bei dem Konzert eingebunden waren und welche weiteren Kenntnisse sie über das Wirken von Patrick S. in Thüringen hat.  Download der Anfrage hier: KA 3629.

Januar 23rd, 2014 Tags: , , 0 Kommentare

Unterstützung von Saalfelder Neonazis für NSU-Helfer Wohlleben: Nächste Runde – Christian D.

heilsbergDer ehemalige Wirt, der in den 1990er Jahren bekanntesten rechten Szene-Kneipe „Heilberg“ bei Saalfeld möchte den mutmaßlichen NSU-Waffenbeschaffer Ralf Wohlleben im Gefängnis in München-Stadelheim besuchen. Christian D. aus dem Landkreis Saalfeld-Rudolstadt, der Wohllebens Ehefrau mit einer Frau aus der Familie eines weiteren wichtigen Thüringer Neonazis in den Knast begleiten will, darf ohne Trennscheibe mit Wohlleben kommunizieren. Dafür setzte sich auch dessen Anwältin Nicole Schneiders ein. Die zuständigen Richter im NSU-Verfahren sehen demnach prognostisch gesehen kaum eine Gefahr, dass unerlaubte Gegenstände oder Nachrichtenkassiber ausgetauscht werden könnten.  Siehe bnr. Und das obwohl bereits in der Vergangenheit Saalfelder Neonazis an einem versuchten Postschmuggel für den inhaftierten Wohlleben beteiligt waren. Seit fast zwei Jahren unterstützen Angehörige der Neonazi-Szene aus dem Raum Saalfeld-Rudolstadt ihren Weggefährten „Wohlleben“, der auch Wolle genannt wird. So wurden aus dem Landkreis heraus bereits Solidaritätskonzerte, CD-Verkäufe und Unterstützungskampagnen organisiert. Auch tauchten hier Graffitis an Wänden und Grußbotschaften für Wohlleben in einer Lokalzeitung auf (siehe weitere Artikel auf Haskala 1, 2, 3 , und 5). Interessant ist der Besuch von D. auch deswegen, weil er potentiell auch als Zeuge im Prozess in Frage kommen könnte. Zum einen taucht Heilsberg immerwieder im Zusammenhang mit dem Trio auf u.a. weil dort Spendensammlungen für die Flüchtigen stattfanden. Zum anderen wurde in diesem Jahr über den Thüringer Untersuchungsausschuss noch folgendes bekannt: Wenige Wochen nach der Flucht des Trios soll der Fluchtwagen vom Saalfelder Neonazi und heutigen Kühltechnik-Unternehmer Andreas Rachhausen aus Sachsen zurückgeholt worden sein. Rachhausen bestritt das damals und führte als Leumundszeugen dafür wohl jenen Christian D. an. Die Behörden schenkten dieser Darstellung Glauben. Vor einigen Monaten nun soll Rachhausen in einer Polizeivernehmung eingeräumt haben, dass er damals gelogen habe und den Fluchtwagen tatsächlich zurückholte. Sein Auftraggeber: der heute angeklagte Ralf Wohlleben. Ebenso kam in diesem Jahr  ans Licht: Rachhausen war nicht nur führend in der rechten Szene tätig sondern auch Spitzel des Thüringer Landesamtes für Verfassungsschutz unter dem Decknamen „GP Alex“. Durch eine Anfrage im Landtag wurde dann noch bekannt: Rachhausen soll mit D. gemeinsam den Heilsberg-Treff betrieben haben! Mehr Infos hier.

Dezember 3rd, 2013 Tags: , 0 Kommentare

Hinweis auf zwei Veranstaltungen von/mit Neonazis am 28.9. in Thüringen

rachhausen_konzertHinweis auf zwei Veranstaltungen der rechten Szene morgen in Thüringen: In Erfurt mobilisieren Neonazis um den bekannten Schläger Enrico Biczysko zu einem rechten Konzert/Liederabend in der Kammwegklause (Tungerstraße) u.a. mit dem Sänger der Thüringer Rechtsrockband „KZT“ (siehe auch ake). In Saalfeld ist ein „Oktoberfest“ auf dem Firmengelände des ehemaligen Verfassungsschutz-Spitzels Andreas Rachhausen (Deckname „Alex„) geplant, der 1998 den NSU-Fluchtwagen zurückholte. Akteure vom „Freien Netz Saalfeld“ & Umfeld sind ebenso dabei, darunter Steffen Richter, enger Unterstützer & Prozessbegleiter vom mutmaßl. NSU-Helfer Ralf Wohlleben und der Haupttäter von einem rechten Messerübergriff im Januar 2013 in Saalfeld. Rachhausen hatte auf dem Firmengelände bereits 2009 als Betriebsfeier getarnt die rechte Hooliganband „Kategorie C“ vor 100 Anhängern auftreten lassen.  Den Nazis den Stecker ziehen!

September 27th, 2013 Tags: , 0 Kommentare

Antwort auf Kleine Anfrage: Neonazistisch-motivierte Gewalt im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt

thumb_symbolbildsteinarmesserIn der Nacht zum 5. Januar 2013 kam es in der Saalstraße in Saalfeld zu einem rechten Übergriff. Eine Person wurde von mehreren Neonazis bedroht, bedrängt und verfolgt, schließlich soll einer der Angreifer Stichbewegungen mit einem Messer in Bauchhöhe ausgeführt haben. Ein Täter trug Kleidung der rechten Modemarke “Thor Steinar”, ein anderer wurde namentlich identifiziert und gehört der Saalfelder Neonazi-Szene an, auf Facebook posiert er mit einem Solidaritäts-Button für den inhaftierten NSU-Helfer Ralf Wohlleben. Mit einer Kleinen Anfrage erkundigte sich Katharina König über polizeilich erfasste neonazistisch-motivierte Gewalttaten im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt seit dem Jahr 2009, den Übergriff Anfang 2013 in der Saalstraße, den polizeiliche Umgang mit Opfern rechter Gewalt und die Einrichtung der neuen Ermittlungsgruppe “ZESAR” bei der Thüringer Polizei. Die Anfrage wurde mittlerweile beantwortet, demnach liefen bzw. laufen derzeit drei Ermittlungsverfahren bei der Staatsanwaltschaft Gera wegen der Attacke am 5. Januar, einer der Tatverdächtigen des Übergriffs wurde bereits wegen Volksverhetzung verurteilt. Der Landesregierung seien neun weitere politisch-rechts motivierte Übergriffe im Bereich der Polizeidirektion Saalfeld bekannt geworden, Downlaod hier.

Mai 2nd, 2013 Tags: , , 5 Kommentare

Rechtsstreit gegen ehemaligen Neonazi-Spitzel aus Saalfeld gewonnen

Heute ging Katharina König, Sprecherin für Antifaschismus der Linksfraktion, ein Urteil des Landgerichts Gera zu. Die Abgeordnete hatte auf einer Pressekonferenz der LINKEN wenige Wochen nach Auffliegen des NSU im November 2011 über andere zeitweise untergetauchte Neonazis berichtet, darunter ein Saalfelder Unternehmer. Dieser klagte gegen König, bestritt die Äußerungen und erklärte, die Neonazi-Szene nicht zu unterstützen. Die Klage wurde nun zum zweiten Mal abgewiesen, da die Abgeordnete frühere und aktuelle Verbindungen nachweisen konnte. Vor wenigen Wochen wurde der Kläger auch als Spitzel des Thüringer Verfassungsschutzes enttarnt, er hatte kürzlich in einer Befragung der Polizei eingeräumt, den NSU-Fluchtwagen 1998 in der Zeit seiner Informantentätigkeit nach Thüringen zurückgeholt zu haben. Read the rest of this entry »

April 29th, 2013 Tags: , , , 1 Kommentar

Weiterer Neonazi-Spitzel im NSU-Umfeld aufgeflogen – er kommt aus Saalfeld

„GP Alex“ rechts im Bild, Aufnahme: 2013

Ein weiterer Spitzel im Umfeld des NSU ist aufgeflogen. Der Spiegel berichtet, dass es sich dabei um die Gewährsperson mit Tarnnamen “Alex” handelt, der für das Thüringer Landesamt für Verfassungsschutz spitzelte. Der Informant ist der 41-jährige Andreas Rachhausen aus Saalfeld, der als Neonazi bereits seit Anfang der 1990er Jahre zu den Größen der rechten Szene im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt gehörte und auch in den letzten Jahren im Zusammenhang mit rechten Aktivitäten in Erscheinung trat. Im Jahr 2009 beispielsweise unterstützte er die Thüringer NPD beim Landtagswahlkampf, im selben Jahr organisierte er auch ein Konzert der rechten Hooligan-Band “Kategorie C / Hungrige Wölfe” in Saalfeld. Rachhausen ist Unternehmer eines Saalfelder Kühltechnik-Unternehmens mit bundesweiter Reichweite und nach vorliegenden Hinweisen wohl auch einer der beiden Betreiber des “Thüringer Heimatschutz”- Stützpunktes in Heilsberg, in dem 1997 das bis dahin größte Waffenlager der rechten Szene ausgehoben worden war. Read the rest of this entry »

April 10th, 2013 Tags: , 15 Kommentare

Neonazistischer Immobilienhändler in Jena? Thomas Wienroth und die Neonaziszene

In Jena gehört das Unternehmen „Wienroth Immobilien“ mit zu den größten Maklern der Stadt, der Geschäftsführer ist Thomas Wienroth. Er war über mehrere Jahre führend in der Thüringer Neonazi-Szene aktiv und beteiligte sich intensiv am Aufbau von rechten Strukturen im Freistaat und auch darüberhinaus. Wienroth war Anmelder, Redner, Organisator und Parteifunktionär zu gleich, er arbeitete mit NPD, JN und Kameradschaften nah zusammen. Dann tauchte er kommentarlos von der rechten Bildfläche ab, war nicht mehr bei öffentlichen Aktionen zu sehen und etablierte sein Immobiliengeschäft in Jena. Im Februar 2012 führte der Thüringer Verfassungsschutz ihn bei einer Veranstaltung in Rudolstadt als immernoch aktiven Neonazi in der Rudolstädter Region auf, auf Nachfrage bestätigte der Referent die Aktualität. Katharina König wollte mit einer Kleinen Anfrage mehr dazu wissen. In der Antwort verkündete der Thüringer Verfassungsschutz, eine derartige Äußerung hätte es nie gegeben. Thomas Wienroth forderte anschließend Katharina über einen Anwalt auf, eine Unterlassungserklärung mit 25.000€ Streitwert zu unterschreiben. Doch statt dessen bekam Wienroth eine Absage und eine Belehrung über die Aufgaben und Rechte von Abgeordneten (u.a. über Kleine Anfragen) und der Verfassungsschutz Thüringen wurde der Lüge überführt, da uns ein Audiomittschnitt der Veranstaltung vorliegt, der die Äußerungen belegt (i). Das Thüringer Innenministerium darf sich jetzt in einer neuerlichen Anfrage zu diesen Widersprüchen positionieren, die Anfrage ist hier einsehbar. Und Geschäftsführer Thomas Wienroth? An dessen nicht unbedeutende Aktivitäten in und für die Neonazi-Szene wollen wir hier noch einmal ausführlich erinnern:

Read the rest of this entry »

November 20th, 2012 Tags: 4 Kommentare

Neonazistische Aktivitäten eines Saalfelder Unternehmers

Vor dem NSU-Untersuchungsausschuss des Thüringer Landtages berichtete am 11. Juni 2012 der frühere Leiter der Saalfelder Staatsschutzabteilung K33 über den heutigen Saalfelder Unternehmer Andreas Rachhausen. Bevor die Anti-Antifa-Ostthüringen bzw. der Thüringer Heimatschutz, aus dem das NSU-Trio hervorging, entstanden sind habe es bereits 1991 in Saalfeld eine Neonazi-Gruppe von 15-20 Personen gegeben, die von Rachhausen angeführt wurde. „Rachhausen war aus meiner Sicht einer der gefährlichsten Rechtsextremisten, er kam nach meinem Verständnis noch vor Tino Brandt, dem Chef des Thüringer Heimatschutzes“, so der 54-Jährige Beamte zum Wirken des Saalfelder Neonazis in den 90er Jahren. Er schilderte auch Rachhausens Flucht nach Dänemark wegen einer gefährlichen Körperverletzung und wie er ihn einige Zeit später wieder in Saalfeld aufspührte und festnahm. Durch den sog. Schäferbericht, einem Gutachten zum Verhalten der Thüringer Behörden und Staatsanwaltschaften bei der Verfolgung der sog. „Zwickauer Zelle“ wird Rachhausen selbst in die Nähe des mörderischen Trios gerückt. Sein Name taucht im Zusammenhang mit der Flucht von Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Bönhardt auf. Ein V-Mann des Verfassungsschutzes will erfahren haben, dass Rachhausen drei Wochen nach deren Abtauchen den unfallbeschädigten Fluchtwagen des NSU-Trios aus Dresden zurückgebracht haben soll. Read the rest of this entry »

Juni 12th, 2012 1 Kommentar

Erneutes Neonazi-Konzert in Saalfeld verhindern!

Katharina König, Sprecherin für Jugendpolitik und Antifa der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag, ist empört über die scheinbar ungestörte Vorbereitung und Mobilisierung zu einem Neonazi-Konzert am kommenden Samstag in Saalfeld, zu dem mehrere hundert gewaltbereite Hooligans und Neonazis zu erwarten seien. Die Landtagsabgeordnete fordert, dass eine Band mit Liedtexten wie „Hoch auf dem gelben Wagen, sitz ich beim Führer vorn […] lustig schmettert das MG“ nirgends ein Podium für ihre menschenfeindlichen Botschaften bekommt.

Read the rest of this entry »

Dezember 2nd, 2009 Tags: , 1 Kommentar