Zur heute veröffentlichten Jahresstatistik der Beratungsstelle ezra für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt erklärt Katharina König-Preuss, Sprecherin für Antifaschismus der Fraktion Die Linke im Thüringer Landtag:
„Die Zahlen von ezra sind alarmierend. Sie zeigen eine Verstetigung rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt auf einem erschreckend hohen Niveau. Dieses Ausmaß ist direkter Ausdruck eines gesellschaftlich normalisierten Rassismus in Thüringen. Für viele Menschen ist die Gefahr, Opfer rechter Gewalt zu werden, längst keine Ausnahme mehr, sondern bedrückender Alltag. Erschreckend ist sowohl die hohe Zahl rassistischer und rechter Angriffe als auch die teils ausgeübte Brutalität. Wenn Menschen aus Angst vor rechter Gewalt über einen Wegzug nachdenken, sollte das als massives Problem von allen demokratischen Akteuren wahrgenommen und dagegen vorgegangen werden.“
König-Preuss führt weiter aus: „Hier liegt eine der größten Herausforderungen für das Land und seine Zukunft. Wenn Mario Voigt auf seiner Reise in Indien Arbeitskräfte anwerben möchte mit der Behauptung, die Menschen seien nicht rassistisch, ist das vor dem Hintergrund der vorgelegten Zahlen verantwortungslos. Die Realität ist: gut ausgebildete und qualifizierte Menschen verlassen Thüringen, weil sie die rassistische Grundstimmung, die ihnen entgegenschlägt, weder für sich noch für ihre Kinder länger ertragen möchten.“
Die Abgeordnete weist auf die Relevanz von ezra für die Menschen in Thüringen hin: „ezra ist oft die erste Anlaufstelle für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt und begleitet Betroffene von der Anzeigeerstattung bis zum Gerichtsurteil. Ohne die Arbeit von ezra würden viele Fälle rechter Gewalt nicht bekannt werden. Die Beratungsstelle leistet damit einen unschätzbaren Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt und für das Sicherheits- und Gerechtigkeitsempfinden vieler Menschen in Thüringen.“
Kritisch bewertet König-Preuss die zunehmenden Angriffe auf Demokratieprojekte und Beratungsstellen wie ezra: „Die Angriffe auf Projekte wie der Beratungsstelle ezra kommen aktuell im ähnlichen Maß aus der AfD wie aus der CDU. Niemanden sollte überraschen, dass eine Partei wie die AfD, die selbst hetzt und zur gesellschaftlichen Spaltung beiträgt, ein Interesse daran hat, rechte und rassistische Gewalt unsichtbar zu machen und Unterstützung für Demokratieprojekte zu stoppen.“
Abschließend warnt die Abgeordnete: „Besorgniserregend ist, dass inzwischen auch Teile der CDU ähnliche Narrative bedienen. Das ist ein fatales Signal an Betroffene, aber auch an all die Menschen, die sich tagtäglich für Demokratie und Zusammenhalt engagieren. Wir werden als Die Linke alles dafür tun, solche Angriffe abzuwehren.“
