Tod durch Thüringer Neonazis vor 10 Jahren: Erinnern heißt kämpfen

In der Nacht vom 17. auf den 18. Juli 2013 wurde Konstantin Moljanov auf dem Tänzelfest in () von Thüringer Neonazis getötet. Hierzu erklärt Katharina König-Preuss, Sprecherin für Antifaschismus und Antirassismus und Obfrau im 7/3 „Politisch motivierte Gewaltkriminalität“ der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag:

„Zum zehnten Jahrestag des Todes von Konstantin Moljanov möchten wir ihm und aller gedenken. Konstantin Moljanov war Vater zweier Kinder und verheiratet. Er starb, weil Thüringer Neonazis sich berufen fühlten, ihn aufgrund ihrer rassistischen Ideologie heraus anzugreifen. Dass die Tat auch nach zehn Jahren noch durch Behörden entpolitisiert und verharmlost wird, ist unverständlich. Bayern braucht eine unabhängige wissenschaftliche Überprüfung ungeklärter Todesfälle rechter Gewalt. Auch im Programm des diesjährigen Tänzelfests fehlt jeglicher Hinweis auf den Jahrestag. Der Ignoranz wurde in all den Jahren lediglich von couragierten Antifaschist:innen etwas entgegengesetzt. Wir haben die Akten zu diesem Fall im Untersuchungsausschuss angefordert und werden ihn dort thematisieren.“

Die Abgeordnete erläutert weiter: „Der Täter Falk H. fiel schon ein Jahr vor der Tat auf einem Volksfest in Bayern auf, wo er den zeigte und davon sprach, Kontakte zum NSU zu haben. Nur einen Monat vor der Tat in Kaufbeuren griff u.a. er in Besucher einer Gaststätte an, zeigte gegenüber der den Hitlergruß und griff auch diese an. In Kaufbeuren war mit Markus V. der Neffe von Falk H. an den Auseinandersetzungen beteiligt. Markus V. postete zuvor auf seinem Facebook-Profil ein Bild, dass sich positiv auf den NSU bezog. Es ist nicht der einzige bekannte Fall, bei dem Thüringer Neonazis auf Volksfesten scheinbar völlig selbstverständlich Menschen angreifen, die sie als Feinde einordnen. Die Grundlagen für dieses Selbstbewusstsein sind bis heute aktuell. Wenn, wie in diesem Jahr, in Schleusingen 600 Menschen hinter einem Transparent mit der Aufschrift „Südthüringen bleibt Deutsch“ herlaufen, um gegen Geflüchtete zu demonstrieren, können Neonazis sich für solche Angriffe ins Recht gesetzt fühlen. “

Exemplarisch sei leider auch der Umgang der Behörden und der Verantwortlichen des Tänzelfests: „Das Gerichtsurteil entpolitisierte die Tat als ‚völlig sinnlose Sauferei und Prügelei‘ und ignorierte die rassistischen Parolen, die Falk H. unmittelbar vor dem Angriff rief, genauso wie die eindeutigen einschlägigen Vorstrafen des Täters. Der Thüringer Verfassungsschutz gab kurz nach der Tat an, ihm sei der Täter trotz aller genannter Vorfälle gänzlich unbekannt. Auf dem Fest selbst sucht man seit zehn Jahren vergeblich nach einem Hinweis auf das rassistische . Als Antifaschist:innen ein Jahr nach der Tat eine Gedenk-Kundgebung während des Festes abhielten, wurden sie laut Berichten vom Sicherheitsdienst angegriffen und bekamen Platzverweise. Diese Ignoranz und das aktive ‚wegschauen wollen‘ setzen ein fatales Zeichen sowohl für die Neonazis als auch für die Betroffenen rechter Gewalt. In dieser ‚Normalität‘ können alle, die nicht in das Weltbild der Nazis passen, nicht sicher leben. Der zehnte Jahrestag des Todes von Konstantin Moljanov auf dem Tänzelfest mahnt uns auch, solche Normalitäten nicht zu akzeptieren und sie immer wieder – im Parlament und auf der Straße – in Frage zu stellen. Erinnern heißt kämpfen“, so die Abgeordnete abschließend.

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