Willkommen auf der Homepage des Jugend- und Wahlkreisbüro Haskala. Katharina König-Preuss (MdL) Sprecherin für Antifaschismus, Netzpolitik & Datenschutz der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag

Neonazi-Szene unterstützt NSU-Helfer Wohlleben mit eigener CD-Produktion

„Während bei den Behörden die juristischen Vorbereitungen für den NSU-Prozess im Frühjahr 2013 in München auf Hochtouren laufen, schläft auch die bundesdeutsche Neonazi-Szene nicht. Nach diversen NSU-Unterstützer-Aktionen haben nun 15 neonazistische Bands eine Solidaritäts-CD produziert, deren Erlös möglicherweise vollständig dem inhaftierten Neonazi Ralf Wohlleben zugute kommen soll“, informiert Katharina König, Sprecherin für Antifaschismus der Linksfraktion. Nach der Abgeordneten vorliegenden Informationen erschien der Tonträger Anfang Oktober 2012 unter dem Titel „Sampler – Solidarität Vol. IV“ und wird bundesweit bereits bei über einem Dutzend Szene-Versandhändlern vertrieben. Nach Verlautbarungen von Neonazis im Internet, darunter dem Betreiber eines rechten Immobilienprojektes in Crawinkel, soll der vollständige Erlös durch den CD-Verkauf an den inhaftierten Neonazi Ralf Wohlleben fließen, dem vorgeworfen wird, die tödliche Schusswaffe für den NSU beschafft zu haben.

„Wohlleben wird auch ein Jahr nach dem Auffliegen des NSU aus einem ähnlichen und teils selben Milieu unterstützt, wie einst das flüchtige NSU-Trio aus Jena“, stellt König fest. „Unter den auf der Neonazi-CD aufgeführten Bands wird nicht nur der ehemalige ‚Landser-Sänger‘ gelistet, auch stammen mehrere der Bands aus dem Bereich des internationalen ‚Blood & Honour‘-Netzwerks“, so die Abgeordnete weiter. „Nach derzeitigem Kenntnisstand erhielt der „Nationalsozialistische Untergrund“ (NSU) rund ein Kilo TNT-Sprengstoff durch das Blood & Honour-Netzwerk, welches sich ab Januar 1998 auch als Fluchthilfeorganisation erwies und den Weg dafür bereitete, dass die Neonazi-Gruppe um Mundlos, Bönhardt und Zschäpe viele Jahre lang ungestört morden konnte.“

Katharina König verweist darauf, dass die Thüringer Neonazi-Band „SKD“, die ebenfalls aus dem Spektrum von Blood & Honour stammt, auf der CD Ralf Wohlleben ein eigenes Solidaritätslied gewidmet hat und darin seine Freiheit fordert. Mitglieder der Band sind in der Vergangenheit durch Gewalttaten und Waffendelikte in Erscheinung getreten. In einem anderen Lied der Band heißt es: „Hängt sie auf die Volksverräter, an Laternen oder Baum. Es erwacht das Reich der Väter bald aus einem bösen Traum. Jagt das Pack … raus aus jedem deutschen Gau. Ausländerpack und Synagogen raus, raus, raus!“

Vor dem Hintergrund, dass erst am vergangenen Wochenende ein Neonazi-Konzert aus dem Spektrum von „Blood & Honour“ in Deutschland organisiert wurde, an dem auch eine Thüringer Neonazi-Band beteiligt war, reichte Katharina König nun Kleine Anfragen bei der Landesregierung ein (s. Anhang), um die Hintergründe zur CD-Produktion, die Verstrickungen mit Wohlleben und mögliche Nachfolgestrukturen des verbotenen Netzwerkes aufzuklären.

Download: Kleine Anfrage zur Produktion & Hintergründen der CD hier. (Antwort hier)

Download: Kleine Anfragen zu „Blood & Honour“-Aktivitäten & Nachfolgebestrebungen in Thüringen: Teil 1, 2, 3, 4 und 5. (Antworten hier)

Foto: Oben: Cover einer weiteren CD der Band „SKD“ die auf der neuen Tonträgerproduktion Wohllebens Freilassung fordert. Unten das aktuelle Cover der Solidaritäts-CD.

 

 

 

 

 

November 5th, 2012 Tags: , , , 3 Kommentare

[…] informiert, auf der eine Thüringer Band auftrat, die im Zusammenhang mit Richter steht (siehe hier und hier). Dass sich das NSU-Netzwerk bis heute auf Thüringer Neonazis stützen kann, wurde […]

[…] Szydlowski (heute Sachsen) tritt unter seinem Namen “Barny” auch auf einer rechten Solidaritäts-CD vom Oktober 2012 auf, mit der für Wohlleben Gelder in der Szene gesammelt […]

[…] Mirko Szydlowski (heute Sachsen) tritt unter seinem Namen “Barny” auch auf einer rechten Solidaritäts-CD vom Oktober 2012 auf, mit der für Wohlleben Gelder in der Szene gesammelt […]


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*