Ihre Namen und Schicksale bleiben: 15 neue Stolpersteine in Saalfeld

Am Mittwoch, dem 30. September 2026, werden in Saalfeld 15 weitere Stolpersteine für Menschen verlegt, die während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, zur Flucht gezwungen, deportiert, ermordet und industriell vernichtet wurden. Katharina König-Preuss, Sprecherin für Antifaschismus der Fraktion die Linke im Thüringer Landtag und Abgeordnete der Linken für den Landkreis Saalfeld-Rudolstadt, begrüßt die Fortsetzung der Erinnerungsarbeit in Saalfeld.

 

„Die neuen Stolpersteine holen Geschichte dorthin zurück, wo sie stattgefunden hat: an die Orte, an denen Menschen Teil dieser Stadt waren, wo sie gelebt, geliebt, gewohnt, gearbeitet, ihr Leben geführt und ihre Nachbarschaft geprägt haben. Sie erinnern nicht abstrakt an die Opfer des Nationalsozialismus, sondern an Menschen mit Namen, Familien und eigenen Lebensgeschichten. Jeder dieser Steine erzählt von einem Menschen, der Teil dieser Stadt war und dem die Nationalsozialisten das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben genommen haben“, erklärt König-Preuss.

 

Am 30. September wird an Dr. Eugen Gütermann, Oskar Grossmann, Gustav Steinberg, Elias Hirschowitz, Irma Hirschowitz, Günther Hirschowitz, Hans Marcus, Louis Leopold Sachs, Paula Sachs, Kurt David Sachs, Ilse Sachs, Erich Sachs, Simon Sigmund Mittel und Elfriede Siegmund erinnert. Die Verlegung beginnt um 9 Uhr am Hohen Ufer 3. Weitere Stationen folgen in der Fleischgasse 20, der Oberen Straße 16 und der Zetkinstraße 1. Den Abschluss bilden um 11 Uhr die fünf Stolpersteine für die Familie Sachs in der Köditzgasse 21. Bereits um 8:30 Uhr findet im Evangelischen Gemeindehaus Am Hohen Ufer 1 ein Friedensgebet statt.

 

„Ihre Namen zu nennen, ist ein Teil des Erinnerns und einer lebendigen Erinnerungskultur. Wir dürfen die Menschen, die von den Nationalsozialisten verfolgt und ermordet wurden, nicht nur zu Zahlen in Geschichtsbüchern werden lassen. In einer Zeit, in der Antisemitismus, Rassismus und Menschenfeindlichkeit zunehmen, müssen wir die Erinnerung wachhalten und auch das „Nie wieder“ im Heute aktiv umsetzen“, so König-Preuss weiter.

 

Das Jugend- und Wahlkreisbüro Haskala der Landtagsabgeordneten Katharina König-Preuss organisiert seit vielen Jahren gemeinsam mit der evangelischen und katholischen Kirche in Saalfeld am 9. November einen Mahngang anlässlich der Novemberpogrome von 1938. Auch in diesem Jahr geht es dabei entlang der verlegten Stolpersteine und anderer jüdischen Orte durch die Stadt. Start ist um 18 Uhr vor der Geschwister-Scholl-Schule in Saalfeld. „Ich lade alle herzlich ein, auch in diesem Jahr am 9. November mit uns durch Saalfeld zu gehen, Namen zu lesen, zu gedenken und sich mit den Geschichten der Menschen auseinanderzusetzen, welche zu Saalfeld gehörten. Ebenso notwendig ist es, sich mit aktuellem Antisemitismus zu beschäftigen und klar Position dagegen zu ergreifen.“, so König-Preuss abschließend.

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