„Die Zahl antisemitischer Straftaten in Thüringen ist weiterhin erschreckend hoch. RIAS Thüringen verzeichnet mit 418 antisemitischen Vorfällen im Jahr 2025 einen erneuten Höchststand. Und: Thüringen ist das ostdeutsche Bundesland mit den meisten antisemitischen Vorfällen im Jahr 2025. Der Hass gegen Jüdinnen und Juden in den letzten Jahren ist deutlich angestiegen und erfordert endlich konsequentes Handeln. Statt Fördergelder für Demokratieprojekte zu streichen, müssen die Angebote zur Prävention und Bildung sowie Melde- und Beratungsstellen im Bereich Antisemitismus wie RIAS Thüringen und ezra dauerhaft gesichert werden“, fordert Katharina König-Preuss, Sprecherin für Antifaschismus der Fraktion Die Linke im Thüringer Landtag im Hinblick auf den heute vorgestellten RIAS-Jahresbericht. Sie verweist auf die von der Fraktion Die Linke im Haushalt verankerten zusätzlichen Mittel gegen Antisemitismus und Islamismus: „Antisemitismus ist überall in der Gesellschaft verbreitet. Es ist notwendig, gegen Antisemitismus in jeder Form, egal von wem, vorzugehen.“
König-Preuss kritisiert darüber hinaus, dass antisemitische Straftaten nicht ausreichend verfolgt werden, und weist auf eine hohe Dunkelziffer hin:
„Dass ein Teil der Täter ohne Konsequenzen davonkommt, schwächt das Vertrauen der Betroffenen in die Strafverfolgung. Es ist davon auszugehen, dass antisemitische Vorfälle im Alltag noch deutlich häufiger sind, als es Statistiken abbilden. Viele Vorfälle werden erst gar nicht zur Anzeige gebracht oder von den Behörden nicht als antisemitisch erkannt.“
