Linksfraktion ruft zur Teilnahme an Protesten gegen „Burschentag“ in Eisenach auf

burschentagAnlässlich des heute beginnenden „Burschentages“ der Deutschen Burschenschaft in Eisenach erklärt Katharina König, Sprecherin für Antifaschismus der Linksfraktion: „Dass der Akademikerbund ,Deutsche Burschenschaft‘ nicht nur in den letzten Jahren weiter nach rechts gerückt ist, sondern auch in diesen Tagen wieder intensiv an einer noch völkischeren und rassistischen Ausrichtung strickt, belegt die heute von Spiegel Online aufgedeckten Tagungsunterlagen, wonach erneut über eine Art ,Ariernachweis‘ in Eisenach verhandelt werden soll.“ Bereits vor zwei Jahren kam es in der Frage, wer „deutsch genug“ sei zum Eklat. Jetzt soll nun ein überarbeiteter Vorstoß hinsichtlich der Herkunft von Verbandsmitgliedern stattfinden, der den rassistischen Wahn innerhalb Deutschen Burschenschaft ein weiteres Mal eindrücklich zeigt. Künftig sollen dort Menschen in „deutsche“, „abendländisch-europäische“ und „nicht-abendländisch-europäische“ Abstammung kategorisiert werden. Bewerber letzterer Kategorie würden zwangsweise durch einen Ausschuss der DB überprüft, so der geplante Antrag. „Das weckt finstere Erinnerungen an die Nürnberger Rassengesetze“, so König. „Umso trauriger, dass die DB auch in diesem Jahr wieder in Eisenach ihre Spektakel veranstalten kann.“

Die Abgeordnete hat bereits vor einigen Wochen die Landesregierung mit einer Kleinen Anfrage zur Stellungnahme hinsichtlich der rechtslastigen Entwicklung der DB aufgefordert. Erst im letzten Jahr fiel der bis dahin noch aktive Chefredakteur der DB-eigenen Zeitung „Burschenschaftliche Blätter“, Norbert Weidner, damit auf, dass er die Hinrichtung des NS-Widerstandskämpfers Dietrich Bonhoeffer als „juristisch gerechtfertigt“ und ihn als „Landesverräter“ bezeichnete. Weidner war Anfang der 90er Jahre Mitglied später verbotener neonazistischer Organisationen, wie der Wiking Jugend und der FAP. Vor einigen Tagen veröffentlichte eine linke Gruppierung aus Baden-Württemberg, dass Weidner möglicherweise V-Mann des Verfassungsschutzes war oder noch sei. König will von der Landesregierung u.a. wissen, ob es auch in Thüringen eine nachrichtendienstliche Zusammenarbeit mit ihm gegeben hat und inwiefern der Freistaat die Deutsche Burschenschaft förderte. Seit der Wende findet der Burschentag in Eisenach statt. Eine Antwort der Anfrage steht noch aus.

Die Abgeordnete unterstützt das Protestbündnis gegen den „Burschentag“ in Eisenach, das morgen um 20 Uhr zur Demonstration unter dem Motto „Wider dem deutschen Burgfrieden“ auf dem Bahnhofsvorplatz aufruft. Burschenschaften sind nicht nur einfache Studentenverbindungen, sie bieten Neonazis auch Organisations- und Rückzugsräume, wie das Beispiel der Normannia Jena belegt. „Ob mit oder ohne so genannten ‚Arierparagrafen‘, es gibt viele gute Gründe, sich dem elitären und völkischen Treiben der Burschenschaften, dass auf dem Männerbundprinzip basiert, zu widersetzen“, so König abschließend.

Download der Anfragen vom März 2013 hier: Teil 1 und Teil 2 (Status: noch unbeantwortet).

Alle Informationen zu den Gegenprotesten gibt es unter: http://gegenburschentage.blogsport.de/

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