Neonazi-Gruppierung „Turonen / Garde 20“ weiter kriminell aktiv

„Das extrem rechte Netzwerk, welches unter den Namen ‚‘/ Garde 20‘ / ‚Bruderschaft Thüringen‘ agiert, in den vergangenen Jahren immer wieder mit der Organisation von Neonazi-Konzerten auffiel und insbesondere in zu verorten ist, hat seine Aktivitäten ausgeweitet“ informiert Katharina König-Preuss, Sprecherin für Antifaschismus der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag. „Mehrere Mitglieder dieser extrem rechten Gruppierung waren am schweren Überfall 2014 auf die Ballstädter Kirmesgesellschaft beteiligt. Sieben Jahre danach sind die Täter nicht nur weiter auf freiem Fuß, die ‚Turonen‘ erlangten zwischenzeitlich Zugriff auf neue Immobilien und sie begehen Straftaten am laufenden Band. Aus einer aktuellen Aufstellung der Landesregierung geht hervor, dass alleine 32 Verfahren seit 2019 verzeichnet wurden, die von Personen begangen wurden, die den Turonen zuzurechnen sind: Körperverletzung, Volksverhetzung, Betrug, Hehlerei, Urkundenfälschung, Hausfriedensbruch und andere Delikte“.

Nachdem der Bundesgerichtshof 2020 der Revision der Tatverdächtigen wegen Formfehlern bei einer Verhandlung am Landgericht Erfurt wegen des Überfalls 2014 stattgab, soll 2021 neu verhandelt werden, jüngst berichtete der MDR, dass „Deals“ zwischen Angeklagten und Justiz im Gespräch seien, um das Verfahren abzukürzen und ggf. Haftstrafen in Bewährungsstrafen umzuwandeln.
Nach Angaben der Landesregierung verfügt das Netzwerk neben der Immobilie „Gelbes Haus“ in Ballstädt auch über eine weitere in Henningsleben, die als Zweit-Treffort genutzt werde. Weitere Angaben erfolgen mit Verweis auf Geheimhaltungsgründe nicht. Laut Kenntnis von König-Preuss haben die Turonen jedoch Zugriff auf weitere Immobilien in Gotha. Auch neonazistische Bands rechnet die Regierung der Gruppe zu, darunter die Bands „“ und „Natürliche politische Alternative“ (N.A.P.O.L.A.), ebenso seien Mitglieder der selbsternannten Bruderschaft als feste Bandmitglieder oder Gastmusiker in anderen Bands beziehungsweise Musikprojekten vertreten und es sei „von einer engen Vernetzung der Mitglieder der „Bruderschaft Thüringen“ in das gewaltbereite rechtsextremistische Spektrum auszugehen“. Die Landesregierung bestätigt nun auch Bezüge zu „“ und „“.

König-Preuss weiter: „Seit Jahren können die Turonen weitgehend unbehelligt ihrem Nazi-Treiben nachgehen und sich eine goldene Nase mit Rechtsrock und dubiosen Machenschaften verdienen, sie verschmelzen inzwischen längst mit dem Bereich der Organisierten Kriminalität. Das oft beteuerte Signal nach einem starken wehrhaften Rechtsstaat blieb bislang weitgehend aus, was dazu führt, dass das braune Biotop in Thüringen immer weiter expandiert, Gelder akquiriert werden und zurück in die Szene fließen. Sicherheitsbehörden sind hier gemeinsam mit Finanzbehörden gefragt, diesen rechten Sumpf endlich strukturell trocken zu legen“.

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