Wer nach der Untersuchungsausschuss-Sitzung mit Helmut Roewer neugierig auf dessen Personalie geworden ist, für den haben wir noch ein paar Leseempfehlungen. Gestern wurde ein seit zwölf Jahren als großes Geheimnis unter Verschluss gehaltenes Dokument über Vorgänge im Thüringer Landesamt für Verfassungsschutz ins Internet geleakt, auf 26 Seiten ist spannendes über Roewer und seine Tarnfirmen zusammengefasst. Download [hier]. Ebenso sind vor ein paar Monaten einige von Roewers “Nachrichtendienst“-Heften veröffentlicht worden, Monatsberichte des Verfassungschutz-Amtes die er während seiner Dienstzeit anfertigte und an einen ausgewählten Kreis übergab. Roewer stand vor einigen Jahren wegen Betrug und Untreue beim VS vor Gericht, Gesamtschaden 250.000€, das Verfahren wurde 2010 wegen angeblicher Verhandlungsunfähigkeit gegen 3.000€ eingestellt, heute schreibt er für einen rechten Verlag. Im Jahr 2000 produzierte eine von Roewers VS-Tarnfirmen (der Heronverlag) einen Film in dem sich Thüringer Neonazis als harmlose Jugendliche präsentieren dürfen und linke Jugendliche als Gefahr dargestellt werden. Das unsägliche Video kann hier angesehen werden.
Auch wenn Roewer vielleicht als personifizierter Ausdruck vieler Skandale rund um den Verfassungsschutz in Thüringen gilt, er ist nicht die (alleinige) Ursache des Problems. Vielmehr konnten all jene Ungeheuerlichkeiten erst durch die Institution Verfassungsschutz als solches passieren. Der Verfassungsschutz in seiner Form als Inlandsgeheimdienst widerspricht schon in seiner grundlegenden Struktur jeglichen demokratischen Prinzipien von Kontrolle und Transparenz. Dass es auch noch andere Protagonisten gab, die dieses System ebenso schamlos ausgenutzt haben, wird vielleicht in den kommenden Untersuchungsausschuss-Sitzungen noch deutlich. Vielleicht schon am kommenden Dienstag dem 17. Juli, wenn Roewers Vizepräsident, Peter Jörg Nocken vor dem Untersuchungsausschuss sprechen wird.
Der Vollständigkeit halber sei noch darauf hingewiesen, dass das Satiremagazin-Extra3 heute bekannt gab, Roewer 1994 als V-Mann installiert zu haben und die Bildzeitung heute ebenso Roewers Foto von 1999 auskramte, als er im Ludendorff-Kostüm und mit Pickelhaube in Weimar auftrat


















schon krasses video. Aber ich seh nicht, dass es rechts als harmlos darstellt. Vielmehr ist das doch diese Propaganda, von wegen: “Rechts und links sind beide schlimm, weil die Straftaten begehen und gawalttaetig sind. Darum muessen wir den Kids mehr Sportplaetze geben und mehr Sozialarbeiter einstellen.” Etwa das Niveau dieser Andi-Comics.